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Palmyra – ein sehenswerter Film von Hans Puttnies

Pressefoto

Am Sonntag vor einer Woche durfte ich in Kronberg den Film Palmyra sehen.

Nicht nur, dass ich mich freute, den Regisseur – meinen ehemaligen Dozenten Hans Puttnies – persönlich zu treffen. Auch sein Film hat mir sehr gut gefallen:

Puttnies ist es gelungen, einen Film über die syrische Stadt zu drehen, der jenseits aller Klischees funktioniert. 2008 hatte er in Palmyra (Tadmur – تدمر) gefilmt, ohne zu ahnen, dass schon einige Jahre später viele Bauwerke der alten Ruinenstadt von Kämpfern des Daesh zerstört sein sollten.

Zwei Wochen lang hatte er damals aufgenommen, was ihn menschlich berührte oder interessierte. Dabei hatte er die Stadt nicht nur als antikes Weltkulturerbe voller bestaunenswerter Ruinen verstanden, sondern sie auch als lebendige Stadt in der nahen Vergangenheit und im Jetzt gesehen.

Der 2016 entstandene Film reichert die Aufnahmen von 2008 an mit Originalvideos der Islamisten und der Übertragung eines Konzertes des russischen Propagandafernsehens, das die Wiedereroberung der Stadt durch das syrische Regime als Sieg feierte. Und Puttnies belegt anschaulich, wie die Ruinen während der vergangenen Jahrhunderte von Archäologen betrachtet und von Museen und Staaten benutzt wurden.

Was mir am Besten gefallen hat: Die Menschen, die von der Ruinenlandschaft lebten, sei es als Touristenführer oder Verkäufer von Halsketten, hat Hans Puttnies auf sehr zarte und einfühlsame Weise portraitiert. Der damals fünfzehnjährige Souvenirhändler Mohamad sticht besonders heraus: In Puttnies’ Interview mit ihm erfahren wir, wovon der Junge träumte und wie er lebte. Er wirkt offen und ehrlich.

Nun musste auch Mohamad – wie viele andere – aus dem von ihm geliebten Land flüchten. Glücklicherweise ist wenigstens von ihm bekannt, was aus ihm geworden ist. Dank seiner Geschicklichkeit und Sprachbegabtheit ist es ihm gelungen, sich nach Dänemark durchzuschlagen. Und ich hoffe für ihn, dass seinem Antrag auf Asyl in diesem Land statt gegeben wird.

Wo kann man den Film sehen?

Der eineinhalb Stunden dauernde Film läuft in Programmkinos. Aktuelle Termine – so es neue gibt – kann man auf der Website palmyrafilm.de finden.